Mehrfamilienhaus-Wert berechnen – einfache Methoden & Grenzen
Erste Orientierung für Eigentümer
01 – Mehrfamilienhaus-Wert berechnen mit dem Multiplikator
02 – Alternative: Mehrfamilienhaus über die Mietrendite bewerten
03 – Grenzen der einfachen Bewertung
04 – Typische Fehler bei der Wertermittlung
05 – Wann sollten Sie eine professionelle Bewertung durchführen lassen?
06 – Häufige Fragen zum Thema Mehrfamilienhaus-Wert berechnen
Bewertungsbedarf klären
Die gängigste Methode zur überschlägigen Wertermittlung ist die sogenannte Multiplikator-Methode.
Immobilienwert = Jahresnettokaltmiete × Faktor
Der Multiplikator (auch Faktor oder Kaufpreisfaktor genannt) bildet das Verhältnis zwischen Mieteinnahmen und Marktwert ab und spiegelt die aktuelle Marktsituation wider.
Jahresnettokaltmiete: 120.000 €
Faktor: 18
Geschätzter Immobilienwert: 2.160.000 €
Dieses einfache Beispiel zeigt, wie stark sich der Faktor auf den Gesamtwert auswirkt.
Der richtige Multiplikator hängt von mehreren Faktoren ab und kann stark variieren:
Die Höhe des Faktors variiert stark nach Standort und Objektqualität:
Diese Werte sind jedoch stark von Marktphasen und Zinsniveau abhängig.
Bereits kleine Unterschiede in diesen Faktoren können zu erheblichen Abweichungen im Wert führen.
Neben dem Multiplikator kann auch die Mietrendite (häufig auch Brutto-Anfangsrendite genannt) als Orientierung dienen.
Mietrendite = Jahresnettokaltmiete / Kaufpreis
Diese Kennzahl wird häufig von Investoren genutzt, um Immobilien miteinander zu vergleichen. Sie ist im Prinzip lediglich der Kehrwert des oben beschriebenen Multiplikators.
Je nach Standort und Risiko liegt die marktübliche Rendite in unterschiedlichen Bereichen.
(Anmerkung: Der Begriff Mietrendite ist hier als Brutto-Mietrendite gemeint)
Die dargestellten Methoden sind hilfreich für eine erste Orientierung – sie haben jedoch klare Grenzen.
Nicht berücksichtigt werden unter anderem:
Gerade bei größeren Mehrfamilienhäusern oder komplexen Situationen kann eine einfache Berechnung daher zu erheblichen Fehleinschätzungen führen.
In der Praxis treten häufig folgende Fehler auf:
Diese Fehler führen oft zu überhöhten oder zu niedrigen Wertansätzen.
Eine professionelle Bewertung ist insbesondere sinnvoll:
Hier reicht eine einfache Berechnung in der Regel nicht aus.
Die Multiplikator-Methode liefert eine schnelle Orientierung, ist jedoch nur eine grobe Schätzung. Für eine genaue Bewertung müssen weitere Faktoren berücksichtigt werden.
Eine erste Einschätzung ist möglich, eine verlässliche Bewertung erfordert jedoch Fachkenntnis und Marktanalyse.
Beide Kennzahlen hängen von der Systematik eng zusammen. Der Faktor wird in der Praxis häufiger zur Bewertung genutzt, während die Rendite vor allem für Investoren relevant ist.
Unterschiede in Nachfrage, wirtschaftlicher Entwicklung und Risiko führen zu stark variierenden Faktoren.
Sobald es um größere Vermögenswerte, rechtliche Fragestellungen oder strategische Entscheidungen geht, ist eine professionelle Bewertung erforderlich.
Ein erstes Gespräch dient der sachlichen Prüfung, welches Wertgutachten für Ihr Mehrfamilienhaus und Ihre Situation sinnvoll ist.
Sprechen Sie mit mir über Anlass, Umfang und Ziel Ihres Wertgutachtens.
Das Gespräch erfolgt selbstverständlich vertraulich und unverbindlich.
Wichtiger Hinweis:
Beleihungswertgutachten im Sinne bankaufsichtsrechtlicher Anforderungen werden nicht selbst erstellt. Sofern ein entsprechendes Gutachten erforderlich ist, kann auf Wunsch der Kontakt zu qualifizierten und zugelassenen Beleihungswertgutachtern hergestellt werden.