Investoren für Produktionsimmobilien (Light Industrial)
Produktionsimmobilien im Bereich Light Industrial verbinden Lager-, Service- und Fertigungsflächen in flexiblen Gewerbestrukturen. Sie profitieren von Trends wie Nearshoring, regionaler Wertschöpfung und stabilen mittelständischen Mieterstrukturen.
Wer gezielt Investoren für Produktionsimmobilien (Light Industrial) finden möchte, muss jedoch mehr berücksichtigen als reine Flächengröße und Mietrendite. Entscheidend sind Drittverwendungsfähigkeit, technische Spezifikation und Standortdynamik.
Denn Light Industrial ist keine klassische Standard-Logistik – sondern eine eigenständige, differenziert bewertete Assetklasse.
Inhalt:
1. Marktüberblick und strukturelle Nachfrage
2. Welche Investoren investieren in Light Industrial?
3. Drittverwendungsfähigkeit als zentrale Bewertungsgröße
4. Standortdynamik und Mikrolage
5. Ankaufkriterien und Renditeerwartungen
6. ESG- und Transformationsanforderungen
7. Typische Herausforderungen im Verkaufsprozess
8. Sondersituationen im Light-Industrial-Segment
9. Warum selektive Investorenansprache entscheidend ist
10. Fazit
1. Marktüberblick und strukturelle Nachfrage
Light-Industrial-Objekte gewinnen an Bedeutung durch:
- Rückverlagerung von Produktionsprozessen
- steigenden Bedarf an regionaler Distribution
- wachsendes Handwerks- und Dienstleistungsumfeld
- Urbanisierung und gewerbliche Mischgebiete
Im Gegensatz zu großvolumigen Logistikzentren sind Produktionsimmobilien häufig:
- kleinteiliger strukturiert
- stärker nutzerspezifisch geprägt
- regional verankert
Investoren bewerten diese Assetklasse daher differenzierter – insbesondere hinsichtlich Nutzungsflexibilität und Mietermarkt.
2. Welche Investoren investieren in Light Industrial?
Die Investorengruppe ist breiter gefächert als häufig angenommen.
Core- und Core+-Investoren
- moderne Gewerbeparks
- langfristige Mietverträge
- bonitätsstarke mittelständische Unternehmen
- gute infrastrukturelle Anbindung
Value-Add-Investoren
- Optimierung von Mietstrukturen
- Flächenneuordnung
- technische Modernisierung
- ESG-Transformation
Unternehmerische Investoren & Family Offices
- regionaler Fokus
- höhere Risikobereitschaft
- flexible Investitionsentscheidungen
Gerade regionale Marktkenntnis spielt bei Produktionsimmobilien eine große Rolle.
3. Drittverwendungsfähigkeit als zentrale Bewertungsgröße
Light-Industrial-Objekte sind häufig stärker nutzerspezifisch als klassische Logistikimmobilien.
Investoren analysieren daher sehr genau:
- Hallenhöhe und Traglast
- Stromanschlussleistung
- Andienungsmöglichkeiten
- Grundstücksstruktur
- Erweiterungsflächen
- Flexibilität der Flächenteilung
Objekte mit hoher Drittverwendungsfähigkeit – also vielseitig nutzbaren Produktions-, Lager- oder Serviceflächen – sind deutlich investorenfreundlicher.
Je spezieller die bauliche Ausrichtung, desto enger wird das potenzielle Investorenfeld.
4. Standortdynamik und Mikrolage
Produktionsimmobilien sind stark von regionaler Wirtschaftskraft abhängig.
Investoren prüfen:
- Nähe zu Industrie- und Gewerbeclustern
- Fachkräfteverfügbarkeit
- Verkehrsanbindung (Autobahn, Bundesstraße)
- Gewerbegebietsausweisung
- Entwicklungspotenzial der Region
Im Gegensatz zu Logistik stehen hier weniger internationale Distributionsströme im Fokus, sondern vielmehr regionale Produktionsnetzwerke.
Standorte mit gewachsener gewerblicher Infrastruktur sind besonders gefragt.
5. Ankaufkriterien und Renditeerwartungen
Typische Prüfkriterien sind:
- Mietvertragslaufzeiten
- Bonität der Mieter
- Flächenstruktur
- baulicher Zustand
- Modernisierungsbedarf
- ESG-Potenzial
- Drittverwendungsfähigkeit
Renditeanforderungen bewegen sich häufig zwischen Logistik und klassischem Gewerbe:
- moderne Multi-Tenant-Objekte → niedrigere Renditen
- Single-Tenant-Objekte mit hoher Spezialisierung → höhere Renditeanforderung
- Leerstandsobjekte → deutlicher Risikoaufschlag
Eine präzise Risikoeinordnung ist entscheidend für die Auswahl geeigneter Investoren.
6. ESG- und Transformationsanforderungen
Auch im Light-Industrial-Segment gewinnen ESG-Kriterien an Bedeutung.
Investoren achten zunehmend auf:
- Energieeffizienz
- Dachflächen für Photovoltaik
- Sanierungsbedarf
- nachhaltige Gebäudetechnik
- CO₂-Reduktionspotenzial
Bestandsobjekte mit Modernisierungsbedarf sind nicht automatisch unattraktiv – sie sprechen jedoch eher Investoren mit Transformationsstrategie an.
7. Typische Herausforderungen im Verkaufsprozess
Im Transaktionsprozess zeigen sich häufig folgende Themen:
- nutzerspezifische Umbauten
- Abhängigkeit von einzelnen Produktionsunternehmen
- fehlende Drittverwendungsoptionen
- eingeschränkte Erweiterungsflächen
- Finanzierungssensibilität bei Spezialnutzungen
Eine fundierte technische Dokumentation erhöht die Transaktionssicherheit erheblich.
8. Sondersituationen im Light-Industrial-Segment
Sondersituationen entstehen beispielsweise durch:
- Produktionsverlagerungen
- Unternehmensnachfolgen
- Teilflächenleerstand
- Restrukturierungen
- Refinanzierungsdruck
Hier sind Investoren gefragt, die:
- flexible Nutzungskonzepte entwickeln
- Umbauten realistisch kalkulieren
- regional vernetzt sind
- aktives Asset Management betreiben
Eine gezielte Investoren-Selektion ist hier deutlich effektiver als eine breite Marktansprache.
9. Warum selektive Investorenansprache entscheidend ist
Produktionsimmobilien sind keine standardisierten Produkte.
Der richtige Investor:
- versteht regionale Wirtschaftsstrukturen
- bewertet technische Spezifikationen fundiert
- kalkuliert Drittverwendungsfähigkeit realistisch
- verfügt über gesicherte Finanzierung
- hat Erfahrung mit gewerblichen Mietern
Nicht die Anzahl der Interessenten entscheidet – sondern die strategische Passung zwischen Objekt und Investorenprofil.
10. Fazit
Investoren für Produktionsimmobilien (Light Industrial) zu finden erfordert eine präzise Analyse von technischer Ausstattung, Drittverwendungsfähigkeit und regionaler Standortdynamik.
Diese Assetklasse bietet stabile Cashflows und Transformationspotenzial – verlangt jedoch eine differenzierte Investorenansprache.
Eine strukturierte Objektanalyse und gezielte Auswahl geeigneter Investoren erhöhen die Transaktionswahrscheinlichkeit erheblich.

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