Mietrendite beim Mehrfamilienhaus
Berechnung, Einordnung & Praxisrelevanz
01 – Wie wird die Mietrendite berechnet?
02 – Brutto-Mietrendite vs. Netto-Mietrendite
03 – Welche Rendite ist üblich?
04 – Zusammenhang zwischen Faktor und Rendite
05 – Einflussfaktoren auf die Rendite
06 – Grenzen der Renditebetrachtung
07 – Rendite professionell analysieren lassen
08 – Fazit: Rendite als Vergleichswert – nicht als alleinige Entscheidungsgrundlage
Bewertungsbedarf klären
Die grundlegende Formel lautet:
Mietrendite = Jahresnettokaltmiete / Kaufpreis
Das Ergebnis wird in Prozent angegeben.
In der Praxis wird meist die Brutto-Mietrendite verwendet, auch als Bruttoanfangsrendite bezeichnet.
Sie basiert auf:
Das bedeutet:
Kosten wie Verwaltung, Instandhaltung oder Mietausfallrisiken werden nicht direkt in der Mietrendite berücksichtigt. Dadurch ist sie einfach zu berechnen und gut vergleichbar, aber nur begrenzt aussagekräftig.
Jahresnettokaltmiete: 100.000 €
Kaufpreis: 2.000.000 €
Brutto-Mietrendite: 5 %
Die Netto-Mietrendite, auch als Nettoanfangsrendite bezeichnet, berücksichtigt zusätzlich:
Sie liefert ein genaueres Bild der tatsächlichen Rendite, wird jedoch seltener verwendet, da:
In professionellen Bewertungen fließen die nicht umlagefähigen Bewirtschaftungskosten indirekt über das Ertragswertverfahren ein.
Die marktübliche Rendite hängt stark von Lage und Risiko ab:
Faktor und Rendite sind mathematisch miteinander verknüpft:
Rendite = 100 / Faktor
Der wichtigste Einflussfaktor – Nachfrage, Infrastruktur und Entwicklungsperspektiven bestimmen den Markt.
Sanierungsbedarf führt in der Regel zu Abschlägen beim Faktor.
Hohe oder unterdurchschnittliche Mieten beeinflussen die Einschätzung erheblich.
Nicht ausgeschöpfte Mieten können den Faktor erhöhen.
Erhöht das Risiko und reduziert den Faktor.
Größe, Zuschnitt und Mieterstruktur spielen ebenfalls eine Rolle.
Niedrige Zinsen verstärken, hohe Zinsen verringern tendenziell die Nachfrage nach Immobilien.
Die Brutto-Mietrendite berücksichtigt nicht:
Eine fundierte Bewertung berücksichtigt alle objektspezifischen Faktoren und ermittelt eine realistische Rendite.
Die Mietrendite ist eine wichtige Kennzahl, sollte jedoch immer im Zusammenhang mit weiteren Faktoren betrachtet werden.
Ein erstes Gespräch dient der sachlichen Prüfung, welches Wertgutachten für Ihr Mehrfamilienhaus und Ihre Situation sinnvoll ist.
Sprechen Sie mit mir über Anlass, Umfang und Ziel Ihres Wertgutachtens.
Das Gespräch erfolgt selbstverständlich vertraulich und unverbindlich.
Wichtiger Hinweis:
Beleihungswertgutachten im Sinne bankaufsichtsrechtlicher Anforderungen werden nicht selbst erstellt. Sofern ein entsprechendes Gutachten erforderlich ist, kann auf Wunsch der Kontakt zu qualifizierten und zugelassenen Beleihungswertgutachtern hergestellt werden.