Mietrendite beim Mehrfamilienhaus

Berechnung, Einordnung & Praxisrelevanz

Mietrendite beim Mehrfamilienhaus

Berechnung, Einordnung & Praxisrelevanz

Die Mietrendite ist eine der wichtigsten Kennzahlen zur Bewertung von Mehrfamilienhäusern aus Investorensicht. Sie zeigt, wie rentabel eine Immobilie im Verhältnis zum eingesetzten Kapital ist.

Während Eigentümer häufig mit dem Faktor arbeiten, steht bei Investoren die Rendite im Fokus, da sie eine direkte Aussage über die Verzinsung des eingesetzten Kapitals ermöglicht.

00 – Inhalt


01 – Wie wird die Mietrendite berechnet?


Die grundlegende Formel lautet:

Mietrendite = Jahresnettokaltmiete / Kaufpreis

Das Ergebnis wird in Prozent angegeben.

02 – Brutto-Mietrendite vs. Netto-Mietrendite


Brutto-Mietrendite (Praxisstandard)

In der Praxis wird meist die Brutto-Mietrendite verwendet, auch als Bruttoanfangsrendite bezeichnet.

Sie basiert auf:

  • der Jahresnettokaltmiete
  • ohne Berücksichtigung von Erwerbsnebenkosten
  • ohne Abzug nicht umlagefähiger Bewirtschaftungskosten

Das bedeutet:

Kosten wie Verwaltung, Instandhaltung oder Mietausfallrisiken werden nicht direkt in der Mietrendite berücksichtigt. Dadurch ist sie einfach zu berechnen und gut vergleichbar, aber nur begrenzt aussagekräftig.

Beispiel zur Berechnung:

Jahresnettokaltmiete: 100.000 €

Kaufpreis: 2.000.000 €

Brutto-Mietrendite: 5 %

Netto-Mietrendite (theoretisch genauer)

Die Netto-Mietrendite, auch als Nettoanfangsrendite bezeichnet, berücksichtigt zusätzlich:

  • Erwerbsnebenkosten
  • nicht umlagefähige Bewirtschaftungskosten (z. B. Verwaltung, Instandhaltung, Mietausfallwagnis)

Sie liefert ein genaueres Bild der tatsächlichen Rendite, wird jedoch seltener verwendet, da:

  • die Datenbasis oft unsicher ist
  • der Aufwand höher ist
  • Vergleichbarkeit eingeschränkt wird

In professionellen Bewertungen fließen die nicht umlagefähigen Bewirtschaftungskosten indirekt über das Ertragswertverfahren ein.

03 – Welche Rendite ist üblich?


Die marktübliche Rendite hängt stark von Lage und Risiko ab:

  • Top-Lagen: ca. 2,5 – 5 %
  • gute Lagen: ca. 5 – 6 %
  • durchschnittliche Lagen: ca. 6 – 8 %
  • einfache Lagen: ca. 8 – 12 %

04 – Zusammenhang zwischen Faktor und Rendite


Faktor und Rendite sind mathematisch miteinander verknüpft:

Rendite = 100 / Faktor

  • Faktor 20 = Rendite 5 %
  • Faktor 15 = Rendite 6,67 %

05 – Einflussfaktoren auf die Rendite


Lage

Der wichtigste Einflussfaktor – Nachfrage, Infrastruktur und Entwicklungsperspektiven bestimmen den Markt.

Zustand

Sanierungsbedarf führt in der Regel zu Abschlägen beim Faktor.

Mietniveau

Hohe oder unterdurchschnittliche Mieten beeinflussen die Einschätzung erheblich.

Entwicklungspotenzial

Nicht ausgeschöpfte Mieten können den Faktor erhöhen.

Leerstand

Erhöht das Risiko und reduziert den Faktor.

Objektstruktur

Größe, Zuschnitt und Mieterstruktur spielen ebenfalls eine Rolle.

Marktzinsen

Niedrige Zinsen verstärken, hohe Zinsen verringern tendenziell die Nachfrage nach Immobilien.

06 – Grenzen der Renditebetrachtung


Die Brutto-Mietrendite berücksichtigt nicht:

  • Instandhaltungskosten
  • Verwaltungsaufwand
  • Mietausfallrisiken
  • steuerliche Aspekte
  • individuelle Objektbesonderheiten

07 – Rendite professionell analysieren lassen


Eine fundierte Bewertung berücksichtigt alle objektspezifischen Faktoren und ermittelt eine realistische Rendite.

08 – Fazit: Rendite als Vergleichswert – nicht als alleinige Entscheidungsgrundlage


Die Mietrendite ist eine wichtige Kennzahl, sollte jedoch immer im Zusammenhang mit weiteren Faktoren betrachtet werden.

Ihr nächster Schritt zur professionellen Bewertung


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