Sachwertverfahren beim Mehrfamilienhaus

Bewertung auf Basis der Substanz

Sachwertverfahren beim Mehrfamilienhaus

Bewertung auf Basis der Substanz

Das Sachwertverfahren ist eine klassische Methode zur Immobilienbewertung, bei der die bauliche Substanz im Mittelpunkt steht. Es ermittelt den Wert eines Mehrfamilienhauses auf Basis der Herstellungskosten von Gebäude und Grundstück – unabhängig von den erzielbaren Erträgen.

Bei renditeorientierten Immobilien wie Mehrfamilienhäusern spielt das Verfahren in der Praxis eine eher ergänzende Rolle. Dennoch ist es ein wichtiger Bestandteil der Bewertung, insbesondere zur Plausibilisierung und bei speziellen Objektkonstellationen.

Eine fundierte Wertermittlung berücksichtigt das Sachwertverfahren daher im Kontext anderer Bewertungsmethoden.

00 – Inhalt


01 – Grundprinzip des Sachwertverfahrens


Das Sachwertverfahren beantwortet die Frage:

Was würde es kosten, diese Immobilie heute neu zu errichten – unter Berücksichtigung von Alter und Zustand?

Dabei wird der Wert aus folgenden Komponenten abgeleitet:

  • Bodenwert des Grundstücks
  • Herstellungskosten des Gebäudes
  • Alterswertminderung
  • Anpassung an Marktgegebenheiten

Das Ergebnis ist der sogenannte Sachwert, der die bauliche Substanz der Immobilie widerspiegelt.

02 – Bestandteile der Bewertung


Bodenwert

Der Wert des Grundstücks wird unabhängig vom Gebäude ermittelt und bildet eine zentrale Grundlage.

Herstellungskosten des Gebäudes

Diese basieren auf:

  • Baukosten
  • Gebäudeart
  • Ausstattung
  • Bauweise

Alterswertminderung

Mit zunehmendem Alter verliert ein Gebäude an Wert.

Einflussfaktoren:

  • Baujahr
  • Zustand
  • durchgeführte Modernisierungen

Marktanpassung

Da reine Herstellungskosten nicht dem Markt entsprechen, wird der Sachwert an aktuelle Marktverhältnisse angepasst.

Erst diese Anpassung führt zu einer realistischen Einordnung.

03 – Bedeutung bei Mehrfamilienhäusern


Bei Mehrfamilienhäusern steht in der Regel der Ertrag im Vordergrund. Daher wird das Sachwertverfahren:

  • selten als Hauptverfahren eingesetzt
  • häufig zur Plausibilisierung genutzt
  • ergänzend in die Bewertung integriert

Es liefert eine wichtige zweite Perspektive neben der Ertragsbewertung.

04 – Typische Anwendungsfälle


Das Sachwertverfahren ist besonders relevant bei:

  • Objekten mit geringer Vergleichbarkeit
  • speziellen oder individuellen Immobilien
  • Neubauten
  • besonderen baulichen Gegebenheiten

05 – Stärken des Sachwertverfahrens


Klare Struktur

Die Berechnung ist systematisch und nachvollziehbar.

Fokus auf Substanz

Die bauliche Qualität wird detailliert berücksichtigt.

Unabhängigkeit von Mieten

Das Verfahren funktioniert auch ohne stabile Ertragsdaten.

06 – Grenzen des Verfahrens


Geringe Marktorientierung

Herstellungskosten spiegeln nicht zwingend die Marktpreise wider.

Keine direkte Ertragsbetrachtung

Die Wirtschaftlichkeit wird nicht berücksichtigt.

Abhängigkeit von Annahmen

Kosten und Abschreibungen müssen geschätzt werden.

Daher sollte das Verfahren nicht isoliert verwendet werden.

07 – Typische Fehler in der Praxis


Unrealistische Herstellungskosten

Kosten werden falsch angesetzt.

Unzureichende Berücksichtigung des Zustands

Modernisierungen oder Mängel werden nicht korrekt eingeordnet.

Fehlende Marktanpassung

Der Sachwert wird nicht ausreichend an den Markt angepasst.

Überbewertung der Substanz

Der Einfluss von Lage und Nachfrage wird unterschätzt.

08 – Kombination mit anderen Bewertungsmethoden


In der Praxis wird das Sachwertverfahren kombiniert mit:

Die Kombination sorgt für eine ausgewogene und belastbare Bewertung.

09 – Bedeutung für Investoren und Marktteilnehmer


Für Investoren ist der Sachwert meist zweitrangig, kann aber relevant sein:

  • zur Einschätzung der Substanzqualität
  • bei langfristigen Strategien
  • zur Absicherung von Investitionen

10 – Von der Substanzbewertung zur Gesamtanalyse


Eine professionelle Bewertung:

  • analysiert die bauliche Substanz
  • bewertet Zustand und Alter
  • berücksichtigt Marktanpassungen
  • integriert den Sachwert in die Gesamtbewertung

So entsteht ein vollständiges Bild der Immobilie.

11 – Individuelle Bewertung auf Basis des Sachwertverfahrens


Ich berücksichtige die bauliche Substanz Ihres Mehrfamilienhauses im Rahmen einer umfassenden Bewertung und kombiniere diese mit markt- und ertragsorientierten Ansätzen.

Ihr nächster Schritt zur professionellen Bewertung


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Ein erstes Gespräch dient der sachlichen Prüfung, welches Wertgutachten für Ihr Mehrfamilienhaus und Ihre Situation sinnvoll ist.

Sprechen Sie mit mir über Anlass, Umfang und Ziel Ihres Wertgutachtens.

Das Gespräch erfolgt selbstverständlich vertraulich und unverbindlich.

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Beleihungswertgutachten im Sinne bankaufsichtsrechtlicher Anforderungen werden nicht selbst erstellt. Sofern ein entsprechendes Gutachten erforderlich ist, kann auf Wunsch der Kontakt zu qualifizierten und zugelassenen Beleihungswertgutachtern hergestellt werden.

Michaela Haase

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